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Jim war glücklich.
Seit zwei Wochen befand er sich auf seinem Traumschiff der Enterprise und, obwohl er noch keinen Brückendienst hatte, Chris jedoch andeutete ihn vielleicht für die Gamma-Schicht zu erwägen – er würde sowas von die Gamma-Schicht machen – dachte Jim, war endlich wieder in der Nähe seines Partners sowie seinen besten Freund.
„Guten Morgen!‟ Strahlte er seinen besten Freund an, vor dem er sich in der Kantine setzte und dabei sein Tablett abstellte. Grüne Augen sich etwas überrascht auf ihn richteten, als hätte Pille nicht gedacht, ihn so früh hier zu sehen. Oder überhaupt zu sehen? Er wusste es nicht, aber war ihm im Moment auch etwas egal.
„Na guten Morgen, Sonnenschein! Bist du jetzt echt jeden Tag so drauf?‟ Fragte Pille skeptisch und hob dabei die rechte Augenbraue, wobei Jim den Kopf neigte und einen Schluck von seinem schwarzen Kaffee nahm. Immer noch unfähig nicht zu lächeln. Er fühlte sich so … perfekt wie noch nie. Na ja … fast.
Dabei schweifte sein Blick versucht subtil über die vielen Tische. „Falls du den Waldschrat suchst, er sitzt schräg hinter dir am Aussichtsfenster bei Pike und Nummer Eins.‟ Jim drehte bewusst langsam den Kopf, nur um zwischen vereinzelt blauen und roten Uniform-Shirts schokoladenbraune Augen zu erblicken und nicht mehr ganz so subtil zu strahlen.
Er glaubte, Spocks Augen nahmen ebenfalls einen sanfteren Ausdruck an, bevor Jim wieder zurück nach vorne sah und dabei den Blick seines besten Freundes begegnete. „Ernsthaft?‟ Fragte Pille und Jim begann grinsend zu frühstücken.
„Gehst du auch zu Pikes Geburtstagsfeier heute Abend?‟ Fragte er zwischen zwei Bissen von seinem Sandwich und beobachtete, wie Pille sein Proteinomelette aß. Jim sich fragte, ob Leonards schlechte Laune vielleicht davon kam, weil er sich viel zu gesund ernährte.
„Er ist unser Captain. Ich bin Oberster Chefarzt, klar muss ich hin. Weißt du inzwischen was du ihm schenkst?‟ Jim nahm einen weiteren Schluck von seinem Kaffee, als sein Blick auf Uhura fiel, die bei Scotty am Tisch saß und er sich immer noch fragte, wie ihr Vorname lautete. Inzwischen war er bei 'K' angelangt.
„Nein und so langsam gehen mir die Ideen aus. Es ist schwer was vor ihm geheim zu halten.‟ Murmelte er und sah kurz zurück auf sein Frühstück, als er einen weiteren Bissen nahm.
Pille grinste hingegen zum ersten Mal und tippte ihm etwas gegen den Unterarm an. „Hey. Schenk ihm doch das Wissen, dass du es mit seinem Chefwissenschaftsoffizier wie die Kaninchen treibst.‟
Etwas geschockt, dass Pille das so offen – wenn auch zum Glück leiser – hier in der Kantine aussprach, blickte er diesen an. Aber bevor er ihm antworten konnte, fiel ein Schatten über ihren Tisch und Jim musste nicht aufsehen, um zu wissen, wer sich da befand. „Lieutenant Kirk und meine Wenigkeit sind keine Leporidae und somit auch nicht wie jene aktiv.‟
Jim hob lächelnd den Kopf und blickte bemüht professionell in die warmen, schokoladenbraunen Augen, in die er sich so haltlos verliebt hat. Noch während sie damals so heftig über den Test stritten … Oder besser gesagt, er wurde ausfallend, während Spock ihn anfauchte wie ein wütender, nass gewordener Kater, weil Jim ihm sagte, seine Bedingungen waren nicht realistisch. „Danke für die Rückendeckung, Commander.‟
„Ja, was auch immer. Aber Fakt ist, ihr zwei solltet es lieber bekannt machen, bevor es anders herauskommt. Also warum nicht heute?‟
„Ja genau, warum schenken wir Chris keinen Schlaganfall.‟ Fragte er sarkastisch zurück.
„Du wolltest doch so schnell wie möglich Captain werden.‟ Grinste Pille und Jim blickte ihm schweigend in die Augen, bevor er wieder zu Spock aufsah, der Leonard ebenfalls musterte. Allerdings sehr intensiv und dunkel. Er wusste, dass die beiden nicht gut miteinander auskamen. Aber dass sie einander überhaupt tolerierten lag vermutlich an Jim. Denn Spock war neben Pille die erste Person, die Jim so akzeptierte und nahm, wie er war und ebenso einen guten Einfluss auf ihn hatte. Durch Spock lernte er, dass er nun einmal nicht austauschbar oder unwichtig war. Nun und Pille war sein Lebensretter in allen erdenklichen Situationen. Spock ihn einmal bei einem Date fast mit einer Blume umgebracht hat, wodurch Pille – der zum Glück anwesend gewesen war – ihn sofort ein Hypo verabreichte.
„Ich wollte Sie beide nur informieren, dass die Feierlichkeit gegen 18 Uhr stattfinden wird und Zivilbekleidung angebracht ist.‟ Jim liebte Spock hierfür noch ein kleines Bisschen mehr, denn er wusste sich noch nicht recht einzufinden mit dem Thema Uniform außerhalb seiner Schichten. Es war praktisch sie zu tragen, aber Jim vermisste schon jetzt seine sarkastischen Nerd-Shirts mit denen er Spock gelegentlich ein leichtes Zucken der Mundwinkel entlocken konnte.
„Vielen Dank, für die Information, Mister Spock.‟
„Lieutenant Kirk. Doktor.‟
Jim blickte Spock nach und versteckte danach sein Lächeln hinter der Kaffeetasse. „Ihr zwei wisst, dass ihr nicht so subtil seid, wie ihr denkt oder?‟
„Halt die Klappe, Pille.‟
~*~
„Ich sehe, dass Schrödingers Katze an einem Ausbruchsversuch arbeitet.‟ Waren Spocks erste Worte, sobald Jim nur noch einen halben Meter von ihm entfernt stand und sich ein Longdrink-Glas vom Tresen nahm, neben dem der Vulkanier gestanden hat. Es war vermutlich das nächstgelegene, das er neben – ich mag dein Outfit - bestehend aus einem schwarzen Langarmshirt mit Schrödingers Katze sowie diversen Zeit-Temporär Gleichungen darauf zu sehen waren und seiner schwarzen Hose. Also nichts besonders. Aber Jim freute sich dennoch. Spock selbst trug seine Uniform, was Jim nicht anders erwartet hatte. Sah aber dennoch unheimlich scharf aus. Wie immer.
Jim drehte sich somit zu seinem Freund und lächelte amüsiert, während er tief in die dunklen Augen blickte. „Danke. Wenn du willst kann ich dir nachher ein paar Gleichungen zum Lösen geben.‟ Schnurrte er, woraufhin Spock einen Schritt näher kam. „Ich wäre dem nicht abgeneigt.‟ Oder anders ausgedrückt, Jim würde heute Nacht nicht im eigenen Quartier schlafen.
„Himmel, so was von nicht subtil.‟ Grinste Pille, der hinter ihm ebenfalls nach einem Glas griff. Jim ignorierte seinen besten Freund geflissentlich. Stattdessen lächelte er Spock weiterhin an, bevor er plötzlich seinen Namen hörte. Laut, von einer Stimme die er schon ewig nicht mehr gehört hat, und darum auch sehr erschrocken nach rechts Blickte, bevor sich blonde, lange Haare in sein Sichtfeld schoben und er hart umarmt wurde. „Jimmy!‟
Er unterdrückte einen leidlichen Laut, bevor er etwas umständlich mit dem Glas in der Hand seine Mutter zurück umarmte, eh er einen Schritt von ihr zurück und näher an Spock trat. „Mum. Was machst du denn hier?‟
„Machst du Witze, mein Kleiner? Christopher wird 50, da kann ich doch nicht fehlen.‟ Ja … das war auch der einzige Grund, dachte Jim skeptisch, spürte aber die beruhigende Berührung zweier Finger über seine Handkante streichen. Er glaubte eher, dass sie prüfen wollte, ob er nicht doch lieber zu ihr auf die Farragut wollte. Jedenfalls hatte sie schon vor Monaten versucht ihn umzustimmen, mit auf das Schiff zu gehen, auf dem sie in der Ingenieursabteilung arbeitete als leitende Offizierin. Allerdings würde er sich vorher in einen Torpedo verfrachten und auf Klingonen schießen lassen.
„Na wenn das nicht meine beiden liebsten Menschen sind. Und Spock.‟ Grinste Chris, der sich plötzlich zu ihnen gesellte und dabei dem Vulkanier einen warmen Blick zuwarf, eh dieser auf Jim fiel. „Da fällt mir ein, dass ich die Dienstpläne für nächste Woche fertig habe und da sich Commander Spock bereitwillig erklärt hat, die Gamma-Schicht zu leiten, kannst du gerne deinen ersten Brückendienst antreten, Jim.‟
Jim musste sich heftig zusammen nehmen Spock nicht zu umarmen. Was nicht heißen sollte, dass er es nicht später machen würde. Das und … eine andere Art der Danksagung. Entsprechend glaubte er die braunen Augen nahmen einen intensiven, dunklen Ausdruck an, als Jim ihm tief in die Augen sah. „Nun. Danke, Commander.‟
„Gerne. Ich bin … sicher, Sie werden mich von Ihren Kommandofähigkeiten ebenso positiv überzeugen, wie während der letzten gelungenen Simulation.‟ Würde er Spock nicht schon so lange kennen, könnte man seine Aussage vielleicht herausfordernd sehen.
„Dessen bin ich sicher.‟ Sagte er zurück. Unfähig den tiefen Ausdruck zu lösen, als sich Pille hinter ihnen eindringlich räusperte und Jim ruckartig zur Seite blickte. Dann sah er zu Chris, der sich allerdings mit seiner Mutter unterhielt und nahm dann einen Schluck von seinem Cocktail. Kurz darauf waren sie wieder alleine – nun … beinah.
„Da fällt mir ein, Chapel hat mich heute gefragt, ob die Gerüchte stimmen und du es mit einem Kadetten-Häschen treibst?‟ Fassungslos fuhr sein Kopf zu Pille, der sich grinsend ein Stück Käse in den Mund schob. Allerdings nicht ihn ansah, sondern … Spock.
„Ich verstehe nicht, weshalb Menschen in sexuellen Kontext die Verbindung zu Leporidae binden. Genetisch haben beide Spezies keinerlei -...‟ Jim schüttelte den Kopf zu Spocks Worten und berührte Pille kurz an der Schulter, obwohl er wusste, dass Spock es nicht mochte, wenn Jim jemand anderen vor ihm berührte oder von jemand in dessen Beisein berührt wurde. Es war so eine merkwürdige – und verflucht heiße – vulkanische Angewohnheit. „Ich bin kein Häschen, Pille!‟ Fauchte er, doch der grinste nur.
„Chapel denkt auch nicht, dass du es bist. Ich denke, sie wüsste nur gern ob sie Chancen bei dem Waldschrat hat.‟
„Hat sie nicht!‟ Kam es synchron von Spock und ihm, woraufhin Jim seinen Freund wieder anblickte.
„Ich sag ja. Ihr seid richtig subtil.‟ Damit ging Pille und Jim seufzte. Schließlich nickte er Spock sanft zu, bevor er sich ebenfalls abwandte. Es war sicher klüger, wenn sie sich auch mit anderen Leuten unterhalten würden. Zumal Jim auch ein paar seiner neuen Kollegen kennenlernen sollte. Somit fand er sich kurz darauf zwischen Sulu, Chekov – einem jungen Genie aus Russland – und Scotty wieder.
„... ziemlich arrogant und streng. Aber seit zwei Wochen ist er so entspannt, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Ob die Vulkanier ähnlich wie Frauen einen Zyklus haben?‟ Sulus Beschreibung über Spock klang nicht positiv. Aber der Rest … Spock war so entspannt wie nie in den letzten zwei Wochen? Das ließ Jim glücklich lächeln. „Vor swei Vochen sind doch de neuen Ensigns gekommen. Wielleicht sind die Geruchte korrekt und de Commanda hat eine Besiehung mit einem Ensign.‟ Warf Chekov ein und Jim schluckte nervös.
„Vielleicht freut er sich auch einfach nur auf die Mission? Vulkanier sind extrem wissbegierig. Das war jedenfalls mein Grund auf die Enterprise zu gehen.‟ Er blickte in die Runde und nahm vereinzeltes Schulterzucken wahr, was ihn wieder etwas erleichterte.
„Stimmt auch wieder. Zumal … könnt ihr euch das vorstellen? Mit jemanden zusammen zu sein, der so emotionslos und steif ist?‟ Jim öffnete argumentierend den Mund auf Sulus Worte, doch mischte sich Scotty ein. „Nah, ich bin nicht sicher. Der Commander erinnert mich manchmal an uns Schotten. Sehr beherrscht, aber leidenschaftlich energisch, wenn es sein muss. Denkt mal an letzte Woche. Ich hätte gedacht, er wirft mich gleich an die Wand, als ich Jimbo hier nicht rechtzeitig hoch gebeamt habe.‟
„Was?‟ Perplex blinzelte er. Das wusste er gar nicht. „Japp. Deine erste Mission, wo ihr auf die Klingonen gestoßen seid und Pike den Befehl zum Beamen gab. Ich konnte unmöglich alle zehn, sondern nur 7 hochbeamen. Ich entschied mich dafür nach der Rangfolge zu gehen, als Spock plötzlich den Transporterraum stürmte und mich -...‟
„Lieutenant Scott. Lieutenant Sulu, Ensign Chekov. Ich muss mit Lieutenant Kirk über die morgige Gamma-Schicht sprechen.‟ Noch bevor Jim mehr erfahren konnte, unterbrach Spock Scotty und die drei machten sich rasch vom Acker. Perplex sah er zu Spock, der ihn ein wenig unsicher musterte.
„Du hast dir Sorgen um mich gemacht?‟ Fragte er leise, woraufhin Spock steif nickte. Jim etwas lächelte. „Du … sagtest ...‟ Er warf einen Blick zur Seite und erkannte, dass alle so miteinander eingenommen waren, dass niemand auf sie achtete, eh er wieder zu Spock aufsah. „... unsere Beziehung wird sich nicht auf unsere Arbeit auswirken. Ganz besonders wegen - … du kannst unsere Kollegen nicht gegen Wände werfen, weil sie ihren Job machen.‟ Wisperte er leiser, woraufhin Spocks Ohrspitzen sich grünten.
„Ich hätte Mister Scott nicht gegen eine Wand geworfen.‟ Argumentierte Spock, aber Jim kannte ihn besser. Ganz besonders wie besitzergreifend und beschützerisch sein Vulkanier war. Amanda – Spock Mutter – hatte ihn kurz nach Beginn ihrer Beziehung kennengelernt und intensiv aufgeklärt, nachdem Spock Jims Ex-Freund Gary den Kiefer gebrochen hatte, weil der damit prahlte was für ein geiles Stück Jim im Bett war.
„Es ist reizend, dass du dich so um mich sorgst, aber … ich muss auch meine eigenen Erfahrungen machen. Bedeutet … vertrau mir?‟ Jim blickte noch einmal zur Seite, bevor er sich so drehte, dass er mit dem Rücken zum Raum stand und nur Spock sehen konnte, was er tat, als er zwei Finger zwischen sie hielt und tief in die braunen Augen sah. Der Ausdruck in ihnen sich sogleich erwärmte und zwei weiche, warme Fingerspitzen über seine Finger fuhren.
„Ich vertraue dir immer. Nur nicht … anderen.‟ Erwiderte Spock zaghaft und Jim versuchte ihm so viel Zuversicht zu senden, wie er es konnte. Während er versuchte das heftige Herzklopfen unter Kontrolle zu bringen.
~*~
Kurz darauf bekam Chris seine Geschenke überreicht und Jim biss sich etwas nervös auf die Innenseite seiner Unterlippe, als er ihm seines übergab. Seines war vermutlich ziemlich altertümlich, als er so sah, was Chris von den anderen bekommen hatte.
Es war Chris' eigene Abhandlung, die dieser über die Kelvin verfasst hat und die Jim drucken und binden ließ.
Doch als Chris das Buch aus dem grauen Geschenkpapier zog, und hellblaue Augen den Bucheinband so intensiv musterten, eh sie sich auf ihn richteten … verschwanden seine Zweifel und Jim wusste das richtige gefunden zu haben. „Du bist so ein Idiot. Danke!‟ Grinste Chris und umarmte ihn herzlich, was Jim mit einem merkwürdig schmerzhaften Gefühl in seiner Brust erwiderte.
~*~
Wenige Stunden später waren die meisten weg oder zu angeheitert, um zu bemerken, dass Jim und Spock gemeinsam die Feierlichkeit verließen. „Das war ein sehr aufmerksames Geschenk, Jim.‟ Merkte Spock neben ihm an und er nickte leicht, wobei … „Hm. Deines war aber auch schön. Chris freut sich bestimmt auf den Urlaub auf Risa.‟
„Nun … ich gestehe, dass das Geschenk nicht uneigennützig war.‟ Gestand sein Freund, bevor sie vor dessen Quartier zu stehen kamen und Jim sich leicht über die Unterlippe leckte. Dabei mit einem warmen Kribbeln im Bauch beobachtete, wie Spock seinen Code eingab und mit einem kurzen Seitenblick ihn packte und direkt in dessen Quartier zog.
Endlich!
Dachte Jim, sobald die heißen Lippen sich auf seine legten und er kurz darauf gegen die Wand neben der Tür gepresst wurde. Seine Hände sofort in Spocks Nacken glitten, bevor sie daraus hinaus fuhren und nach vorne über Spocks Oberkörper streichelten. Gott, wie sehr hatte er seinen Vulkanier vermisst. Zwei Wochen eindeutig zu lang waren, dachte er, noch bevor ihn Spock an den Hüften anhob und er die Beine um die schmalen Hüften schlang.
Sein Kopf fiel mit einem atemlosen Laut in den Nacken, wobei Spock über seinen Hals begann zu küssen, bis hinab zu seiner Halsbeuge und ihn dort sachte biss. „Woah!‟ Jim umfasste Spocks Offiziersshirt, nur um es hoch zuschieben. Seine Hände allerdings im selben Moment gepackt und über seinen Kopf zusammen gegen die Wand gedrückt wurden. Erhitzte, dunkle braune Augen ihn intensiv musterten. „Ich will dich. Sofort.‟
„Worauf wartest du denn – ah!‟ Jim entkam ein atemloses Lachen, als ihn Spock mit einem Mal über die Schulter warf und zum Bett trug.
~*~
Jim tapste in Shorts und einem T-Shirt seines Freundes ins Bad - noch bevor ihn Spock zu einem dritten Mal überreden konnte - wo er sich gerade die Zähne putzte, als er von der anderen Seite ein Geräusch hörte. Allerdings bekam er nie die Chance den Raum zu verlassen, weshalb er sich hinter der Sichtschutz-Scheibe der Dusche versteckte. Keine Sekunde zu spät, als Pike ins Bad kam und Jim die Hand vor die Stirn schlug. Fuck! Er hatte vergessen das Bad als besetzt einzustellen.
„... nicht wie du denkst. Ich glaube, dass Jim hier wirklich gut aufgehoben ist.‟ Er blinzelte. Redete Pike über ihn?
„Klar, dass du deinen selbsternannten Adoptivsohn bei dir haben möchtest. Aber denkst du nicht, dass ich meinen Sohn nicht gern auch bei mir hätte?‟ Fragte – Mum? Jim fassungslos, wobei er vorsichtig aus der Dusche lugte. Tatsächlich stand seine Mutter im Türrahmen zum Bad, während Pik sich das Hemd aufknöpfte.
„Win. Wir wissen beide, wie sehr du ihn liebst. Himmel, ich hab ihn auch furchtbar lieb. Egal was für eine Nervensäge er ist. Aber … er braucht weder dich noch mich für seine Sicherheit. Sondern Leute, die an ihn glauben. Die ihn begleiten, nicht führen oder den Weg ebnen.‟ Jim lehnte sich ein wenig zurück und lächelte aufgrund Pikes Worte. Etwas leckte er sich die Zahnpasta von der Unterlippe.
„Ja. Scheiße, du hast ja recht. Aber … er ist neben Sam alles, was ich noch habe. Da kann ich halt nicht anders.‟ Erwiderte seine Mum und Jim entließ beinah einen mitfühlenden Laut. Er wusste, dass er es ihr nicht immer einfach gemacht hat. Ebenso wie sie ihm. Und sie beide hatten nicht … so ein Verhältnis, wie Spock zu dessen Mutter Amanda. Scheiße, Jim hatte mit Amanda ein liebevolleres Verhältnis als zu seiner eigenen Mum, aber … solche Worte machten es einfacher, sie zu verstehen.
„Ist mir klar. Aber Jim wird es hier gut haben. Versprochen. Ich meine … selbst mein Oberster Wissenschaftsoffizier ist merkwürdig begeistert von Jim. Und das ist er sonst mit niemanden. ‟ Er hörte das Klackern eines Gürtels und Jim runzelte die Stirn. Wieso zog sich Pike eigentlich in Gegenwart seiner Mutter aus?
„Der Vulkanier? Hab gehört er soll ein eiskalter Vollidiot sein.‟ Jim schmunzelte fast, als ihm in den Sinn kam, wie er ihr damals einmal in einem Videocall sagte, dass ein Vulkanier ihm das Leben zur Hölle machte.
„Ja. Obwohl er schon seit einiger Zeit irgendwie so entspannt wie nie ist. Ich schätze die Gerüchte sind wahr und er hat sich ein Häschen aus der Akademie geschnappt. Ich frag mich, ob es die neue Kommunikationsexpertin ist, die ihm immer so nachsieht …‟ Uhura?! Jim öffnete fassungslos den Mund. Wenn sie versuchte mit Spock … „Aber auch egal. Solang er glücklich ist und meine Crew dadurch weniger leiden muss ...‟
„Sex war schon immer eine gute Lösung, um Stress abzubauen.‟ Schnurrte seine Mutter plötzlich auf eine Weise, wie Jim für gewöhnlich ... - ihm entglitt beinah die Zahnbürste, als daraufhin leise Geräusche folgten, die eindeutig ... Nein! Nein. Bitte …
Und gerade als sich Jim die Hände auf die Ohren pressen wollte, ertönte das Geräusch von der anderen Badezimmertür.
„Bist du – Captain?!‟
„Spock!‟
Jim konnte aus seiner Position einen Blick auf die halbnackte Form seines Freundes werfen, dessen Augen für einen Vulkanier erschrocken geweitet durch den Raum blickten, eh sie ruckartig in die Dusche sahen und ihn erkannten. Hilf mir! Wisperte Jim lautlos und laut genug, dass es nur der Vulkanier hören konnte.
„Bitte … entschuldigen Sie, ich … benötige Zugang zur … Toilette. Ein Notfall.‟
„Wa - … eh – ja. Ich … wir sehen uns morgen. Gute Nacht, Commander!‟
Sobald Pike aus dem Bad war, trat Spock zu ihm und kniete sich auf Augenhöhe. „Bist du unversehrt?‟
„Halt mich.‟ Hauchte Jim, noch bevor ihn Spock umarmte und Jim hoffte, ganz ganz schnell zu vergessen, dass Pike und seine Mutter … ugh! „Und ich brauch vielleicht eine Lobotomie.‟
~*~
Am nächsten Morgen jedoch wusste Jim immer noch was Chris und seine Mutter … Frustriert ließ er das Tablett vor Pille fallen, während er giftig auf Chris Hinterkopf sah. Mutterküsser. Dachte Jim und ließ sich auf seinen Stuhl fallen. „Ja, na nu. Endlich in der Wirklichkeit angekommen oder ist heute Nacht nichts passiert?‟ Pilles grüne Augen sahen ihn leicht amüsiert an, während Uhura neben diesem eine Augenbraue hob. „Du triffst dich bereits hier an Board mit jemandem?‟
„Ja, ja und das … geht dich nichts an, Kiara – Kelly – Karidian – Kathlyn – Kristina?‟ Jim konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, als Uhura die Augen leicht verengte, gleichzeitig sah er aber das leichte Grinsen, das sie selbst versuchte zu vertuschen. „Nicht mein Name, Kirk. Außerdem – König der Löwen Kiara? Ernsthaft?‟
Er zuckte mit der Schulter. „Wieso nicht, Laila – Larissa – Lola – Luna – Lydia?‟ Und nahm dann einen Bissen von seinem Sandwich. Dieses Mal sah er ihr Lächeln und wie sie mit den Kopf schüttelte, bevor sie anfing ihr eigenes Frühstück zu essen.
Wenige Minuten später wurde neben ihm ein Tablett abgestellt und Jim war überrascht, dass es Spocks war. Dieser blickte ihn warm an. Jedenfalls auf die Weise, wie nur Jim es sehen konnte. Vermutlich wollte Spock ihn nach dem mentalen Schock heute Nacht nicht alleine lassen. Was Jim so lieb fand, dass er unter dem Tisch subtil den Fuß gegen dessen drückte. „Guten Morgen, Uhura, Doktor, Lieutenant Kirk.‟
„Guten Morgen, Spock. Hast du heute Abend Zeit für die Fortsetzung unseres Buches?‟ Fragte Uhura ohne irgendwelche Umschweife und Jim warf einen kurzen Blick aus den Augenwinkeln zu ihr, wobei er sich daran erinnerte, was er erst heute Nacht von Pike gehört hatte. Wie Uhura … und dass ihr Captain sie für das Häschen hielt, das Spock … Nicht, dass die beiden nicht furchtbar gut zusammen passen könnten, da sie auf der Attraktivitätsskala alle Werte sprengen würden. Aber Spock war sein Freund und nicht ihrer!
„Ich hätte tatsächlich Zeit zu entbehren.‟ Erwiderte Spock wenige Sekunden später und Jim zog ruckartig seinen Fuß zurück. Selbst Pille vor ihm blickte ein wenig skeptisch zu Spock, während Jim sich bemühte ganz neutral seinen Kaffee zu trinken. Schließlich war er es, den Spock heute so ungeduldig gegen die Wand gepresst hat. Später auf das eigene Bett geschmissen und zweimal hart …
„Freut mich. Ich kann uns in meinem Quartier auch etwas kochen, wenn du möchtest.‟ Bot Uhura so was von nicht subtil an und Jim hatte mit einem Mal selbst keinen Appetit mehr. „Wieso esst ihr nicht wie normale Offiziere in der Kantine?‟ Fragte Pille mit einem schneidenden Tonfall, wegen dem Jim seinen Kopf etwas überrascht hob, als dieser Spock einen eindeutig warnenden Blick zuwarf.
„Wir essen immer bei mir.‟ Erwiderte Uhura kühl und neigte dabei den Kopf, wobei ihr langer Pferdeschwanz in einer passiv-aggressiven Art über ihre Schulter fiel.
„Immer?‟ Entkam es Jim und er sah Uhura nur kurz an, bevor er Spock anblickte, der blinzelte. „Ja, weißt du, Kirk, das machen normale Personen so. Weiß deine neue Eroberung eigentlich schon, wie viele gebrochene Herzen du auf der Akademie zurückgelassen hast?‟ Neckte ihn Uhura und für gewöhnlich würde er darauf sehr sarkastisch und frech eingehen. Denn das war ihr beider Ding. Nur … leider war er keine 1,65 Meter große, gertenschlanke und atemberaubend schöne Gazelle, sondern … einfach nur Jim.
„Ich … muss gehen.‟ Sagte er darum nur knapp und verließ ohne weiteres die Kantine.
Es war eigentlich total dämlich von ihm, das persönlich zu nehmen. Aber Jim konnte nichts dafür. Er war – ganz egal was andere über ihn sagen mochten und egal, was er ihnen zeigte – tief in sich ein furchtbar zerbrochener Mensch. Mit extrem vielen Unsicherheiten. Darum war es einfach für ihn zu früh mit jemanden ins Bett zu gehen. Er verstand Sex – Sex war einfach und schön und … doch offenbar das einzige, das die Leute von ihm wollten.
Bei Spock … sollte das aber nicht so sein, dachte Jim, als er in einen verlassenen Korridor trat. Er hatte nicht mal mit dem Vulkanier schlafen wollen, als es damals unmittelbar nach Monatelangen Streitereien zwischen ihnen einfach … Ruckartig stoppte er und starrte unsicher in die Ferne. War Spock deswegen mit ihm … Nein …?
„Jim.‟ Etwas perplex blickte er über die Schulter zu Spock, der ihm gefolgt war.
„Jetzt nicht!‟ Fauchte er ein wenig harscher, als er es wollte. Oder gar mit einem Commander sollte, aber aktuell war der Korridor verlassen und Jim wollte einen klaren Gedanken fassen. Doch bevor er weitergehen konnte, hielt ihn Spock um die Schulter fest und drehte ihn stark herum.
„Du hörst zu!‟ Erwiderte Spock in dessen Kommando-Stimme, die dieser auch gern mal beim Sex einsetzte, wenn sie in gewissen Spielchen abdrifteten, in der Spock die Rolle des Professors einnahm. Die Jim jetzt jedoch nur stur die Arme verschränken und die Augen verengen ließ. Ebenso stur sah er auf. Vielleicht war es ja das. Dass er sich nicht von Spock einschüchtern ließ, wie normale Menschen, sondern immer Parole gab, was diesen so reizte oder stimulierte. „Mir ist bewusst, dass Uhura eine gewisse Affektion meiner Seite hegt, dennoch sind wir nur befreundet. Du weißt, dass die einzige Zugewandtheit, die ich empfinde, dir gegenüber ist.‟
Lange erwiderte Jim den intensiven Blick seines Freundes, nur um ein leises, entnervtes Seufzen von sich zu geben und die Verschränkung seiner Arme langsam aufzugeben. Sein Blick sich senkte, womit Spock einen Schritt näher trat und er dessen warme Finger zärtlich über seine Handkante gleiten spürte. „Würde es dich überzeugen, wenn ich dir ihren Vornamen verrate?‟
Jim schloss lange die Augen und konnte doch nichts gegen das leichte Lächeln machen, das sich auf sein Gesicht legte, eh er wieder aufsah. Wenn auch nur wenige Zentimeter und er in Spocks tiefbraune Augen sah. „Du kennst mich zu gut. Aber … nein. Das würde mir nur den Spaß ruinieren.‟
„Ich verstehe nicht. Uhura ist genervt von – ah …, ich revidiere.‟ Spocks Finger glitten langsam zwischen seine, wobei ihn ein warmes, intensives Gefühl durch den Arm jagte. „Wenn … wenn du es möchtest, beende ich die Freundschaft zu ihr.‟
Verlockend und Jim wusste, dass Spock es machen würde. Allerdings erinnerte er sich an die Gespräche, die sie zu Beginn ihrer zunächst verrückten Beziehung führten. Wie Spock in der Kindheit immer geärgert wurde mit fiesen Bemerkungen darüber, dass Spock keinen Platz im Universum hatte, weil er nur ein halber Vulkanier und halber Mensch war. Dass er jetzt jedoch endlich den Eindruck bekam, hier bei der Sternenflotte einen Platz gefunden zu haben.
„Nein ...‟ Hauchte er und blickte einmal kurz links und rechts von ihnen, eh er Spock einen Kuss auf die Lippen hauchte. „Tut mir leid, dass ich … du weißt schon.‟
Spock schüttelte kurz den Kopf, eh dessen warme Lippen sich auf seine Stirn legten und Jim die Augen kurz schloss. „Ich verehre dich.‟ Hauchte sein Vulkanier dunkel, eh er langsam zurück trat. Keinen Moment zu früh, denn im gleichen Moment kam auch schon Pike um die Ecke. „Hey. Ihr beide streitet doch nicht schon wieder oder?‟
„Negativ.‟ Antworten sie beide synchron, Chris daraufhin mit den Augen rollte. „Wisst ihr zwei eigentlich, was für Nervensägen ihr seid? Egal – mitkommen.‟
~*~
Nachdem Jim ein paar Berichte für Pike lesen und korrigieren durfte, wurde er zur Landungspartie eingeladen, um bei einer Vertragsunterzeichnung dabei zu sein. Spock stand dabei mit Pille an einem Feld mit merkwürdig bunten Blumen, die aussahen wie weiß gesprenkelte Regenbogen-Stäbe. Und von denen sich Jim bewusst fern hielt, da sie schön aussahen. Und schön einzigartig war gleich die Art, die ihn gerne tötete.
Pike und Nummer Eins sprachen während dessen mit dem Stammesführer, als ein junger Mann mit schwarzen Augen an Jim herantrat. Jim fand die Augen zwar ein wenig gruselig, aber ließ sich gerne in ein Gespräch verwickeln.
Er fand es faszinierend, dass das Volk so unbeschwert leben konnte. Wenn er es aus der Beschreibung entnommen hatte, gab es hier keine Kriege. Keine Konflikte. Keine Verbrechen.
Umso mehr musste es den armen, jungen Mann verstören, der, als er nach Jims Hand griff, sich einem knurrenden Vulkanier gegenüber sah.
„Himmel. Subtilität, Spock!‟ Meckerte Pille höhnisch mit einem Lachen in der Stimme und Jim hielt sich entnervt die Stirn. Froh um den Fakt, dass es sonst niemand gesehen hat.
~*~
Jim saß gerade auf seinem kleinen Sofa und las ein Buch über die letzten Forschungen zur Supermaterie-Theorie, als es an seiner Tür klingelte. „Computer, wie viel Uhr ist es?‟ Fragte er und runzelte die Stirn, bei ihrer Antwort. „21:17 Uhr.‟ Es waren noch fast drei Stunden zu seiner ersten Gamma-Schicht und er konnte nicht schlafen. Skeptisch erhob er sich und tapste barfuß zur Tür, die er öffnete.
„Darf ich eintreten?‟ Fragte Spock, der die Hände hinter dem Rücken liegen hatte. Er trug immer noch seine Uniform. Anders als Jim. Er trug seine blau-schwarz-karierte Pyjamahose und eines seiner Lieblings-T-Shirts, auf denen eine Formel ausdrückte, dass er nur periodisch Sarkasmus verwendete und seine schwarze Lesebrille.
„Sicher.‟ Jim trat langsam zur Seite und wollte sich gleichzeitig den Kopf gegen die Wand bewusstlos schlagen. Wenn er gewusst hätte, dass Spock direkt nach dessen Nicht-Date mit Uhura noch zu ihm gehen würde, hätte er sich gewiss nicht für ein Bücherwurm-Anti-Sex-Outfit entschieden.
„Ich wollte mich noch einmal offiziell für das Missverständnis heute Morgen entschuldigen.‟ Sagte Spock, der ihn von oben bis unten musterte und Jim bewusst wurde, dass ihn Spock so eigentlich noch nie gesehen hat. Nicht so … casual. Nackt ja. In der Dusche ja. In Zivilbekleidung ja. In der furchtbaren Kadetten-Uniform ja. Aber nie im Pyjama oder mit seiner Brille. Selbst Pille hänselte ihn damals auf der Akademie – wenn er sie abends in ihrem Quartier trug, dass er so wie ein verfluchtes Mauerblümchen im Superstreber-Kostüm aussah.
Jim etwas unsicher vor der geschlossenen Quartierstür stand. „Ist okay. Ich weiß ja, dass du nicht viele Freunde hast.‟ Auch wenn es ihm unangenehm war, dass gerade Uhura was von Spock wollte. Die dessen Sprache sprechen konnte und die sich bestimmt nicht in die geheimen Systeme von Vulkan hacken musste, um herauszufinden, was sein Freund ihm über antike Geschichte erzählte oder dort Wörter heraussuchen musste, die im normalen Vulkan-Wörterbuch nicht standen.
„Negativ. Dennoch. Ich habe meinen Standpunkt vor Lieutenant Uhura verdeutlicht, kein romantisches Interesse für ihre Person zu hegen. Auch in Zukunft nicht und sollte sie dies nicht akzeptieren können, würde ich Abstand nehmen müssen.‟
Etwas fassungslos öffnete Jim den Mund. „Ich … wieso? Ich wollte nicht, dass du was sagst.‟ Daraufhin trat Spock an ihn heran und nickte.
„Korrekt. Doch … auch wenn mir bewusst wurde, dass es nicht fair für Uhura ist, sie fehlzuleiten indem ich ihr keine direkte Grenze vorgelegt habe, empfinde ich es viel … unangenehmer, zu wissen, es könnte dich verletzen. Würde ich so kontinuierlich Zeit mit Uhura verbringen.‟ Irgendwas an Spocks Haltung war merkwürdig, fand Jim und neigte leicht den Kopf. Er war angespannter als sonst, wenn es in die Richtung seiner Gefühle ging.
Und dann kam es ihm, wobei er einen Schritt an Spock herantrat und grinste. „Du hast von Pille einen Einlauf bekommen oder?‟
Sofort weiteten sich die braunen Augen und Spocks Wangen wurden zart Grün. „Doktor McCoy gab mir keine rektale -...‟
„Nein.‟ Jim lachte und berührte sanft Spocks Arm. „Nein, das ist … eine Redewendung. Ich meine … hat Leonard mit dir gesprochen?‟ Sofort entspannte sich Spock wieder ein wenig und nickte.
„Affirmativ. Der Doktor war sehr eindeutig darin, dass es zwischenmenschlich nicht toleriert wird, wenn ein Partner des anderen mit einer Person regelmäßig alleine ist, wenn diese Person ein romantisches Interesse an besagtem Partner hegt.‟
Jim machte einen leisen Laut. Er konnte es ehrlich gesagt nicht glauben, dass Pille wirklich mit Spock gesprochen hatte. Es schien seinem besten Freund wohl doch wichtig zu sein, dass Spock und er eine gute Beziehung führten. Andernfalls wäre es ihm egal. „Also … ist das auf Vulkan üblich? Ich meine … es stört euch nicht, wenn ein Partner mit dem anderen …?‟
„Da wir keine flüchtigen Beziehungen führen und in der Regel bereits im Kindesalter gebunden werden, negativ. Eifersucht ist zudem höchst unlogisch.‟ Führte Spock aus und Jim konnte sich nun ein Grinsen nicht verkneifen.
„Apropos Eifersucht, wie war das heute auf der Mission?‟
„Kein Kommentar.‟
Seine Hand rutschte langsam von Spocks Arm, bis zu dessen Ellbogen, bevor er den Kontakt abbrach. Schließlich zog Spock endlich die Hände vor seinem Rücken hervor und wenn Jim gedacht hätte, sein Vulkanier käme nur mit Worten … „Ich habe sie mehrfach mit Doktor McCoy geprüft. Ihre Blüten, Pollen und Fasern sind in keiner uns bekannten Reaktion die du für gewöhnlich auf Blumen hast … und du hast sie heute acht Mal sehr lange gemustert … daher ...‟
„Sie ist wunderschön. Vielen Dank.‟ Hauchte Jim und nahm dann die Blume, die ihm Spock hinhielt. Ihr Stängel bereits in einer blau-weißen Flüssigkeit in einem Glaszylinder stand. Vermutlich brauchte sie mehr als Wasser, um ihre farbenfrohe Erscheinung aufrecht zu erhalten, dachte er und stellte die Blume dann auf seinen Nachttisch.
Schließlich drehte er sich wieder zu Spock, der sich ein wenig subtil in seinem Quartier umsah. Dabei sein Blick auf das Buch fiel, das Jim eben noch gelesen hat. „Mir war nicht bewusst, dass du eine Lesebrille benötigst, Jim.‟
Braune Augen sich wieder auf seine blauen richteten und Jim verlegen den Kopf schüttelte. „Ich trag für gewöhnlich auch Kontaktlinsen.‟ Damit griff er nach dem schwarzen Gestell um es abzunehmen. Doch trat im gleichen Moment Spock auf ihn zu und hielt sein Handgelenk sanft fest.
„Nein. Ich …‟ Jim hob etwas überrascht eine Augenbraue, als Spock schluckte. „... finde diesen Anblick äußerst … reizvoll.‟
„Hmm … Commander. Wirklich?‟ Er beobachtete wie Spocks Blick sich verdunkelte, eh er langsam zurück in Richtung seines Bettes gedrängt wurde. „Ich werde dir nun alles ausziehen bis auf die Brille. Ist das in Ordnung?‟
„Fuck, ja ...‟ Er konnte nicht mal blinzeln, da hatte ihn Spock aufs Bett geschubst und das T-Shirt über den Kopf gerissen. Die Hose folgte Sekunden später und Jim schlang atemlos die Beine um seinen Vulkanier, der sich bekleidet zwischen seine Beine schob. Eigentlich hätte er es wissen müssen. Spock war furchtbar Intelligenz-Geil.
~*~
Sex und Brückendienst. Jim konnte es kaum glauben. Er war so aufgeregt. „Jim, wie viel Kaffee hast du bereits konsumiert?‟ Fragte Spock neben ihm im Turbolift und ihn skeptisch mit erhobener Augenbraue musterte.
„Nur … vier – gut sechs Tassen.‟ Jim beobachtete wie Spock den Mund öffnete. „Es tut mir schon jetzt leid für dich.‟ Damit schlug er Spock auf den Arm und stürmte an ihm vorbei auf die Brücke. Yeah!
~*~
Während der Gamma-Schicht schlief die Kommando-Crew, da die Schicht als Nachtschicht auch für gewöhnlich die Ruhigste war. Bedeutete für Jim die Aufgaben von Pike zu machen, die er für Nummer Eins zu gering erachtete und auch nicht so wissenschaftlich basiert, dass Spock sie machen sollte. Jim freute sich, denn so bekam er einen Einblick in das Dasein eines Ersten Offiziers und Captains. Obwohl er zu Beginn verwirrt war, warum Spock sich mit Pike als Oberster Wissenschaftsoffizier das Bad teilte und nicht mit Nummer Eins. Da sie jedoch eine Frau war, fand es die Admiralität so für angemessener und respektvoller. Trotzdem … Pike erwähnte mal, dass der Posten des Ersten Offiziers eigentlich an Spock gehen sollte, sobald Nummer Eins aufhören würde. Warum und wann sie das plante – das hatte er nicht gesagt.
Doch jetzt war Jim hier und Spock sagte, er würde auf die Position verzichten, würde es Jim näher an eine zukünftige Captain-Position bringen. So ganz … wusste er nicht, wie er das selbst sehen wollte.
Jim wollte unbedingt Captain werden.
Allerdings wusste er auch, dass er ohne den Rang des Commanders und vermutlich noch weniger ohne die Position des Ersten Offiziers die Beförderung angeboten bekäme.
Er wollte sie allerdings nicht bekommen, wenn Spock auf eine Beförderung verzichtete, die sein Freund wirklich mehr als verdiente. Über genau das Thema hatten sie auch schon mehr als einmal heftig argumentiert.
Da er heute Nacht also hier saß – Jim blickte subtil über die Schulter zu Spock, der an seiner Wissenschaftskonsole saß und konzentriert arbeitete – schien der Vulkanier es endlich begriffen zu haben. Denn Jim wollte die Position nicht geschenkt bekommen, auch wenn er wusste, dass Spock für ihn – und das ängstigte ihn manchen mehr als es Jim zugeben wollte – praktisch alles tun würde.
Er wollte sich den Posten verdienen.
Genauso wie auch seinen verfrühten Abschluss. Die Beförderung zum Lieutenant durch sein außerordentlich kreatives Denken bei der Subroutine des Kobayashi Maru. Für die ihn Spock schließlich vorschlug, nachdem er endlich erkannte, wie viel besser der Test war, wenn er nicht stur unlösbar gestaltet war.
Jim blickte auf die Uhr, nachdem er seine Aufgaben alle abgeschlossen hatte und blickte aus dem großen Schirm, wohinter einfach nur Sterne zu sehen waren. Es war einfach grandios. Lächelnd griff er nach einem privaten PADD, das neben seiner rechten Hüfte geruht hatte und überschlug die Beine, wobei er das Gerät auf seinem Oberschenkel balancierte. Er brauchte nur wenige Sekunden, bis sich ein privater Channel öffnete.
Lust auf eine Partie Schach?
Er verkniff sich ein Grinsen, als binnen fünf Sekunden eine Antwort kam.
Jim, wie kommst du auf diesen privaten Kanal? Er steht nur für die Kommandocrew offen.
Du bist süß wenn du denkst, ein bisschen Code hält mich von dir fern. ;-)
Jim konnte es sich nicht nehmen, Spock einen – wie er es so gern nannte – unlogischen Gebrauch von Satzzeichen zu senden und blickte dann wieder nach vorne auf den Schirm. Er sich nicht sicher war, aber … „Ist das ein Schiff?‟ Fragte er, bevor er sich über die Schulter an Spock wandte, der ihn kurz musterte, eh die braunen Augen sich ebenfalls auf den Schirm richteten. „Wo?‟
Er öffnete den Mund und sah zurück. Aber da war nichts. Er war sich sicher … Als Jim es wieder sah. So ein verschwommenes Flackern, bevor er etwas erschrocken zusammenfuhr, weil er plötzlich wusste … „Schilde hoch und roter Alarm!‟
~*~
„Ich hätte es wissen müssen. Wenn ich dir die Gamma-Schicht gebe, werden wir angegriffen.‟ Grinste Pike und schlug ihm auf die Schulter. Doch Jim war nicht wirklich in der Stimmung.
„Geht es S- Commander Spock gut?‟ Fragte er unsicher, wobei er nichts lieber wollte, als zur Krankenstation rennen, um zu seinem Freund zu gehen, der ihn eben so heroisch von einer explodierenden Konsole gerettet hat. Nur leider war Spock dadurch ein Stück davon gegen den Kopf geschmettert.
„Klar. Vulkanier haben Dickschädel. Müsstest du doch am besten wissen oder?‟ Neckte ihn Chris und spielte auf einen Zwischenfall an, bei dem Chris in Spocks Büro stürmte. Nur wenige Minuten nachdem Spock und er es gerade getan hatten und ihre komplette Erscheinung nach einer körperlichen … Auseinandersetzung schrie. Nun … es war allerdings alles ganz anders. „Trotzdem. Du warst klasse. Du hast rechtzeitig reagiert, alles richtig gemacht. Ich bin stolz auf dich! Und jetzt geh ins Bett. Denn wenn dein Adrenalin erst mal abfällt, will ich dich nicht von der Brücke kratzen müssen.‟
Jim biss sich nervös auf die Innenseite der Unterlippe. Er nickte schließlich und ging dann an Uhura vorbei, die ihm einen Blick zuwarf, eh sie sich wieder auf die eigene Konsole konzentrierte und Jim es für den Moment ignorierte.
Im Turbolift drückte er zunächst wie angeordnet das Quartiersdeck, eh er sich doch dafür entschied, zur Krankenabteilung auf Deck 7 zu fahren. Es war kurz vor acht Uhr Morgens und würde somit sicher bald lebendiger werden, dachte Jim, als er Pilles Büro aufsuchte, der gerade über einem PADD lehnte. „Hey. Geht … es Spock gut?‟ Fragte er leise, woraufhin sich sein bester Freund zu ihm drehte und sogleich zu ihm ging.
„Dem Waldschrat geht's bestens. Wie geht es dir? Das war deine erste Brückenschicht und musstest schon gegen Romulaner kämpfen. Scheiße ...‟ Pille fuhr sogleich mit einem Tricorder über Jim, den er jedoch genervt und müde von sich schob.
„Später. Ich will …‟ Er biss sich leicht auf die Unterlippe. „Kann ich bitte zu ihm?‟
Lange musterte ihn Pille, bevor der genervt schnaubte. „Ihr beide werdet demnächst erwischt. Und ich überlege eine Wettgruppe zu eröffnen, alleine für den Spaßfaktor!‟
„Ganz ehrlich. Ist mir grad ziemlich egal. Wo ist er?‟ Jim war kurz davor einfach in jedes Zimmer zu stürmen, als ihn Pille am Arm packte und dann meckernd in den nahe gelegenen Einzelraum schob. Wo auch meist er lag, wenn es notwendig war.
„Zwei Minuten!‟ Schnaubte Pille und schloss hinter ihm die Tür, womit Jim zu Spock blickte, der halb aufrecht auf dem Biobett saß und einen Verband um die Stirn trug. Fuck.
„Jim. Geht es dir gut?‟ Fragte Spock sofort, der sich aufrichten wollte und Jim sofort zu ihm ging, um ihn zurück zu drücken.
„Ob ...‟ Er wusste nicht ob er sauer oder … geschmeichelt sein soll. „Scheiß auf mich, Spock! Dein Kopf. Geht es dir gut?!‟ Jim konnte nichts gegen die Schuld, die sich in ihm aufbäumte, weil er sich fragte ob es seine Schuld war. Wenn er vielleicht nicht mit Spock geflirtet sondern den Schirm konstant beobachtet hätte …
„Ich würde nie auf dich meine Ex-...‟ Bevor Spock mehr sagen konnte, küsste ihn Jim. Nicht lang genug, dass der Vulkanier darauf eingehen konnte. Sondern nur um ihn von verstörenden Worten abzuhalten. Langsam löste er sich wieder, nur um mit den Fingern Spocks zu finden und es ihn erleichterte, das gewohnte, warme Prickeln von dieser Berührung ausgehen zu spüren. „Mein Befinden ist ungestört, solange du gesund bist, Jim.‟
Jim schüttelte leicht den Kopf, bevor er Spock erneut küsste. Dieses Mal deutlich länger, sodass Spock auch den Kuss erwidern konnte. Der die freie Hand auf seine Hüfte legte und ihn näher an sich zog. Was nicht leicht war mit dem Biobett, aber so wie der Vulkanier sich drehte. Hinter ihm öffnete sich die Tür wieder, aber Jim war froh, dass Pille nichts sagte. Stattdessen lösten sie sich wieder voneinander und Jim hielt die Augen geschlossen, während sich Spocks Stirn sachte gegen seine lehnte. „Ashayam.‟ Wisperte Spock dunkel und Jim spürte seine Wangen leicht rot werden. Er hatte das Wort nachgeschlagen, nachdem Spock es das erste Mal gewispert hatte, als Jim bei ihm übernachtet und vermutlich angenommen hat, dass er schon schlief. Geliebter …
In ihm immer öfter das Verlangen kam, seinem Freund zu sagen, dass er ihn liebte. Aber jetzt war nicht der richtige Moment, dachte Jim, bevor er Spock erneut sanft küsste. Und so wie die Finger sich behutsam gegen seine bewegten … er glaubte, wusste es sein Vulkanier doch ohnehin schon. „Werd schnell wieder gesund, okay.‟ Hauchte Jim und wandte sich dann schwerlich von Spock ab. Sein Blick am Türrahmen noch einmal zu Spock fiel, der ihn ebenso ungern gehen ließ, wie er ihn verließ. Aber wenigstens waren sie beide gesund, dachte Jim, eh er sich von Pille aus dem Krankenflügel eskortieren ließ.
„Hab gehört, du hast Spock auf den Topf gesetzt.‟ Er blickte aus den Augenwinkeln zu Pille, der ihn in sein privates Büro führte und dort auf einen Stuhl drückte.
„Einer musste es ja machen, nachdem der Waldschrat so verblödet ist.‟ Jim hob nur eine Augenbraue, weil … er tief in sich wusste, dass Pille es dafür tat, weil Jim nichts sagen würde. Weil er es gewohnt war, verletzt zu werden. Wobei es Spock nicht absichtlich machte, wenn es passierte. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Beziehungen …
„Schon klar. Du liebst mich, gib es zu!‟ Grinste er frech, woraufhin Leonard sich mit einem riesigen Hypospray zu ihm drehte.
„Willst du das wiederholen, Jim?‟
Oh fuck!
~*~
Die nächste Gamma-Schicht übernahm Jim mit etwas weniger Aufregung, wenn auch froh über den Fakt, dass ihm Chris offenbar immer noch vertraute. Allerdings nahm er das Ganze jetzt sehr viel ernster. Vielleicht ein wenig zu ernst, als er nach etwa vier Stunden eine private Nachricht bekam …
Ich wäre einem Spiel nicht abgeneigt.
Jim runzelte leicht die Stirn. Er prüfte zwar Berichte und ein Schachspiel würde ihn kaum davon oder seinen Pflichten ablenken. Aber … etwas unsicher blickte er zu Spock, der eine Augenbraue hob. Keinen Verband mehr trug und auch so wieder normal aussah. Kurz darauf ging eine weitere Nachricht ein.
Ich habe den gesamten Raum zweimal gescannt, Jim. Bis auf die Signatur von Sternen befindet sich nichts in näherer Umgebung.
Er musste leicht lächeln und spürte zum ersten Mal, wie er sich entspannte, seit er heute wieder hier saß.
Würde es dich stören, ihn ein drittes Mal zu prüfen?
Es vergingen nicht einmal dreißig Sekunden …
Alles im Grünen Bereich, wie du es sagen würdest. Also – Schach?
Jim lächelte und balancierte schließlich sein privates PADD neben dem anderen – auf dem Summers über die aktuellen Reparaturen im Maschinenraum berichtet hat – auf seinem abgewinkelten Oberschenkel.
Gerne. Aber sei nicht enttäuscht, wenn ich dich besiege.
Ich freue mich darauf, deine Bemühungen diesbezüglich zu sehen.
Jim musste beinah lachen. Arroganter Vulkanier, dachte er amüsiert und antwortete auf die Spielanfrage von Spock.
~*~
Nach zwei Monaten hatte sich eine richtig gute Routine entwickelt, in der Jim täglich mehr Selbstsicherheit lernte, was er wie auf dem Schiff machen konnte. Welche Aufgaben er delegieren durfte, welche er selbst machen sollte – wenn sie schnell und ordentlich erledigt werden sollten und welche Jefferies Röhre die beste war, um gelegentlich mit seinem Freund herum zu machen.
Denn Fakt war, obwohl Spock und er auf dem gleichen Schiff arbeiteten, kam es vor, dass sie sich manchmal tagelang nicht sahen. Was nicht schlimm war. Jim war nie in einer richtig ernsthaften Beziehung gewesen, um sich emotional überhaupt abhängig werden zu lassen. Und er genoss auch seine freie Zeit sowie den Spaß mit seinen Freunden. Aber die Beziehung mit Spock war in all ihren Facetten anders.
Intensiver.
Und egal wie heftig es Pille lachen ließ – verdammt leidenschaftlich.
Denn Fakt war, Jim initiierte das Herummachen nicht öfter, als es Spock von sich aus begann.
Das letzte Mal begann sogar damit, dass Spock ihn in der Kantine die Hand auf den Schenkel gelegt hat. Davor hatten sie sich fast acht Tage nicht gesehen … Und es hatte offensichtlich den Vulkanier ebenso gestört, wie Jim.
Es beruhigte ihn aber auch, dass er in der Beziehung nicht alleine war. Sondern sie gemeinsame Bedürfnisse besaßen.
Nach drei Monaten begleitete Jim Pike und Nummer Eins immer öfter zu gewissen Missionen, wobei Spock als Interims Captain einsprang. Jim störte das wenig. Denn er konnte von Pike viel lernen und außerdem wusste er, dass Spock sich für die Position des Captains nicht interessierte. Irgendwo tief in sich wusste er auch, selbst wenn dem so wäre, würde es ihn nicht stören. Spock war ein ausgezeichneter Offizier. Und selbst wenn Spock Captain wäre – Jim wäre stolz als sein Erster Offizier dienen zu dürfen. Das einzige was dieses Szenario störte, war die Aussicht was mit Spock geschehen würde, sollte Jim aufsteigen als Captain …
Die meisten Captains zog es anschließend in die Admiralität oder als Leitung von Sternbasen. Die schlimmste Aussicht für ihn wäre, er bekäme ein anderes Schiff zugeteilt. So ehrenwert das sicher war, wenn Jim an die Enterprise und Spock dachte … gehörten die beiden immer mit in seine Zukunft.
Immer …
Jedenfalls bis der vierte Monat kam, als Jim zum ersten Mal als Captain einspringen musste, weil alles den Bach runter ging.
~*~
„Scotty, Statusbericht.‟ Jim hoffte, seine Stimme klang nicht so unsicher, wie er sich gerade fühlte. Aber er hatte gerade erst eine Übertragung zugespielt bekommen, auf der drei Klingonen Pike und Nummer Eins sowie seinen besten Freund mit Phasern umbringen würden, sollten sie sich nicht in den nächsten zehn Minuten von Alpha-Tetrum entfernen.
„Hüllenbruch auf Deck 4. Außerdem hat meine Lady ein Energieleck, weshalb wir nicht auf Warp gehen können.‟ Fuck … wieso fühlte sich das irgendwie ein wenig wie der Kobayashi-Maru Test an, fragte sich Jim gedanklich, eh er den Kopf drehte und Spocks Nacken musterte, der extrem steif wirkte. Im nächsten Moment sah ihn sein Freund jedoch an und neigte den Kopf. Jim so viel Vertrauen in seinen braunen Augen sah … Jim erwiderte den Blick lange, bevor er nach vorne sah, wo Uhura einen Timer eingestellt hatte. Sieben Minuten und 39 Sekunden … Hinter den leuchtend Gelben Zahlen sah er zwei Warbirds.
„Wie lange brauchst du, bis du das Leck repariert hast?‟
„Ich brauch mindestens zehn Minuten … Keenser, runter da!‟
Jim schloss die Augen, bevor er aufstand. „Du bekommst 6 Minuten. Mister Spock Sie übernehmen, Uhura und Chekov mit mir!‟
Er beendete den Kontakt mit Scotty, nur um zum Turbolift zu sprinten, wobei die beiden ihm folgten und an ihm vorbei liefen, als ihn ein harter Griff um sein Handgelenk festhielten. „Ich kann das nicht zulassen!‟ Sagte Spock und Jim spürte unter seinem Griff … Angst.
Jim sich wirklich zusammen reißen musste. „Wenn wir nicht zurück sind, bis die Zeit abgelaufen ist, bringst du das Schiff hier raus. Mit oder ohne mich. Das ist ein Befehl, Spock.‟ Dabei musste er sich nicht mühevoll von Spock lösen. Die langen Finger rutschten beinah kraftlos von ihm.
Ich liebe dich.
Dachte Jim bevor die Fingerspitzen ihn endgültig verließen und er in den Turbolift rannte, den Uhura für ihn offen hielt.
Er nicht zurückblickte.
Es auch nicht durfte, wenn er jemals Captain werden wollte.
~*~
Stunden später lachte Pike über den Fakt, dass Jim zwei veraltete Zauberwürfel mit automatischer Leuchtsensorik in beide Warbirds hat transportieren hat lassen, während Uhura und er runter beamten. Uhura dabei übersetzte, dass, wenn sie ihre drei Leute nicht augenblicklich gehen lassen würden, die Bomben hochgingen.
Der Trick zwar geklappt hat.
Allerdings wollte Jim nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn nicht.
Es reichte schon, dass Spock nicht mehr mit ihm sprach.
~*~
„Du bist das Häschen.‟
Jim blinzelte etwas müde von seinem Sandwich auf zu Uhura, der sich mit zwei Tassen Kaffee vor ihn setzte, wobei sie die zweite zu ihm schob und ihr Kinn galant auf ihre Hand abstützte. Ihn intensiv mit ihren tiefbraunen Augen musterte.
„Bitte?‟
„Das Häschen … Spocks angedichtete Affäre – das bist du.‟
Lange musterte er die Kommunikationsexpertin, bevor er an dem Salatblatt herum zupfte, das auf seinem Truthahn-Sandwich lag. „Ich weiß nicht, was du meinst, Mia.‟
„Nyota. Du Depp und doch. Ich denke, du weißt es sehr wohl.‟ Schnaubte U- Nyota? Jim hob verwundert den Blick und wollte grinsen, doch … es fühlte sich nicht so befriedigend an. Weshalb sie es ihm vermutlich auch gesagt hat. Spielverderberin. „Seit dem du dich – uns – in dieses Selbstmordszenario gebeamt hast, ist Spock unausstehlich. Die ganze Wissenschaftsabteilung läuft auf Eierschalen, selbst auf der Brücke herrscht eisiges Schweigen und das obwohl Spock nie der große Redner bei der Beta-Schicht ist.‟
Jim schluckte und schob schließlich das Sandwich von sich. Er konnte nicht essen. Wobei ihm gleichzeitig schlecht wurde, bei dem Gedanken Essen zu haben, es jedoch nicht essen zu wollen … Vielleicht aß er es heute Abend. Oder morgen … „Ich hab gehört, der Commander ist immer so.‟ Er würde nichts sagen ohne Spocks Zugeständnis. Noch weniger, wenn es sich so anfühlte, als hätte Spock mit ihm Schluss gemacht oder … was auch immer. Er reagierte nicht einmal auf seine letzte Nachricht.
„Bullshit. Spock ist Vulkanier, die sind nun einmal strikt und kontrolliert. Aber seit letzter Woche ist er einfach nur ein Arsch. Und das alleine, weil – muss ich dir vielleicht mal die Aufzeichnung des Brückenvorfalls zeigen? Wie er dich angesehen hat, als du ihm das Kommando übertragen hast? Er sah aus, als hättest du seinen Sehlat ermordet!‟
„Wieso sprichst du dann nicht mit ihm? Ich dachte, du wartest nur drauf, dass du freie Bahn hast?‟ Entkam es ihm etwas bitter und zickiger, als es zu ihm passte und auch Uhura ihn fast erschrocken anblickte.
„Das war selbst für dich ganz schön niedrig!‟ Fauchte sie und stand dann ruckartig auf. Jim die Lippen jedoch nur zusammen presste. „Aber falls es dich interessiert … Vulkanier ertragen viel. Aber den Verlust des einen Partners nicht!‟ Damit rauschte sie aus der Kantine und Jim vergrub das Gesicht in den Händen.
~*~
Nach zwei Wochen eiskalten Schweigen und nachdem selbst Pille ihm sagte, dass er mit Spock reden sollte, befand sich Jim vor dessen Quartier. Er wusste, dass Spock da war und wie die Versuche zuvor ihn nicht reinlassen würde. Darum ging er direkt zu Plan B und hackte sich in den Computer, wobei er nicht einmal eine Minute brauchte, um den persönlichen Code seines Freundes zu knacken und somit ungehindert das Quartier betreten konnte.
Spock hinter dessen Computer sofort aufstand und ihn so anblickte, als würde er Jim gleich aus dem Quartier schmeißen. „Wir müssen reden.‟ Sagte Jim und ignorierte seinen Instinkt, der ihm sagte, dass er schleunigst das Weite suchen sollte. Und zwar schnell, denn der Vulkanier war eindeutig stinksauer.
„Mir war nicht bewusst, dass Sie als Lieutenant mir Anweisungen geben können.‟ Erwiderte Spock mit diesem schneidenden, kalten und emotionslosen Tonfall, den er damals als Professor schon immer drauf hatte, wenn Jim zu nahe kam. Zu tief unter seine Haut fuhr.
Und auch wenn Jim den Tonfall kannte – sogar einmal davon ziemlich erregt wurde, so wie die Worte gegen seine Wange gesprochen worden waren … Heute schmerzte es nur noch.
„Nicht in meiner Position. Aber als dein Freund.‟ Jim hob eine Augenbraue und hielt unterbewusst den Atem an, weil … so wie Spocks Mund sich öffnete … die pure Angst in ihm aufstieg, dass er sagen könnte, wie es sich gerade anfühlte. Als wäre ihre Beziehung mit seiner Entscheidung auf der Brücke beendet worden.
Dann jedoch nickte Spock knapp und legte die Hände hinter dem Rücken zusammen. Jim sich für einen Moment wirklich wieder wie auf der Akademie fühlte. Aber wenn es anders nicht ging, dachte er und trat dann bis an die Schreibtischkante heran. Und plötzlich fehlten ihm die Worte. Alle logischen Argumente die er zwischen Pilles Büro und diesem Moment im Kopf aufgelistet hatte, waren mit einem Mal einfach weg. Da half es auch nicht, in Spocks Augen zu blicken, die diesen kühlen und distanzierten Ausdruck inne hielten.
„Was hättest du denn an meiner Position gemacht?‟ Fragte er schließlich und musste schließlich den Blick senken, als er keine Regung erkannte. „Ich weiß du hast mehr Erfahrung, und dir kommt es vielleicht so vor, als wäre das hier für mich alles nur eine To-Do-Liste, um so schnell wie möglich zum Captain befördert zu werden, aber … ich …‟ Jim fuhr sich angestrengt über die Stirn. Wieso zur Hölle war es damals so viel einfacher gewesen, Spock seine Meinung zu sagen, als sie sich noch an die Gurgel gehen wollten? Wieso fielen ihm die Worte damals so einfach und jetzt …
„Du sagtest mir damals, wenn ich Captain werden will, dann muss ich es akzeptieren, auch dabei Entscheidungen zu fällen die mich töten können.‟ Die Worte schnürten ihm beinah die Kehle zu, allerdings … als er den Kopf wieder hob, um Spock anzusehen, fragte er sich, wem die Wahrheit mehr schmerzte …
„Ich schätze, die Lektion haben wir jetzt beide gelernt.‟ Er wartete auf keine Erwiderung. Stattdessen verließ er Spocks Quartier ebenso unzeremoniell wie er gekommen war und ging zu seinem eigenen.
~*~
Zwei weitere Tage vergingen ohne jegliche Antwort oder Kommunikationsversuche seitens Spock und Jim erkannte, dass es das war. Die erste Beziehung mit der einen Person, die er mehr geliebt hat, als den Weltraum … hatte er endgültig von sich gestoßen. Da halfen auch Pikes Worte nicht, der ihn und Spock gemeinsam mit Nummer Eins in den Konferenzraum neben der Brücke hat rufen lassen.
„... alleine in der geringen Zeit und unter diesen Druck an so eine geniale Lösung zu denken, hat einige Admiräle beeindruckt, mein Sohn. Und da Kristin in zwei Monate ihre neue Position auf Riegel 5 angehen möchte, haben wir beschlossen, dich zum Ersten Offizier zu befördern. Herzlichen Glückwunsch.‟
Jim erwiderte ausdruckslos den stolzen Blick von Pike. „Das ...‟ Er musste sich leicht räuspern. „Das ist sehr – aber ich muss ablehnen, Captain. Die Position verdient Commander Spock. Nicht ich. Bitte entschuldigen Sie mich.‟ Damit erhob er sich und ging, noch bevor einer der dreien etwas sagen konnte.
Das fühlte sich plötzlich alles so falsch an.
Seine Schritte beschleunigten, als er rasche Schritte hinter sich hörte und eigentlich nur noch irgendwo hin wollte. Am Liebsten auf das Maschinendeck. Aber bevor er den Turbolift erreichen konnte, hielt ihn Spock am Arm fest und drehte ihn zu sich herum. „Das ist unlogisch! Ich will nicht Erster Offizier werden. Du willst es jedoch und verdienst die Position, wieso nimmst du sie nicht an?!‟
Noch bevor Jim antworten konnte, kam Pike dazu und sah ihn ein wenig verwirrt an. „Jim. Was zur Hölle war das eben? Kann mich mal einer aufklären, warum ihr zwei wieder mal so unausstehlich schwierig seid? Läuft da irgendeine Dreiergeschichte zwischen euch oder was ist los?!‟
Für einen Moment verstand Jim nicht, bis ihn wieder dieses dämliche Gespräch einfiel, bei dem Pike andeutete, Uhura und Spock … und weil Nyota und er sich inzwischen trotz allem besser verstanden … Jim öffnete den Mund, um zu antworten, als sich plötzlich warme Finger zärtlich um seine Hand schlossen und ihm den Boden ebenso heftig entrissen, wie wiedergaben.
„Die Schuld liegt alleine bei mir, Captain Pike. Die Entscheidung die Jim vor genau 14 Tagen, 2 Stunden und 38 Minuten gefasst hat, hinterließ mich mit einem unbekannten Gefühl der Panik, die Person zu verlieren, die … ich liebe.‟ Braune Augen sich auf seine blauen richteten und Jim nicht wusste, ob er weinen oder lachen sollte, weil …
„Du liebst mich?‟ Fragte er beinah lautlos. Wobei es nicht so war, dass er es nicht geahnt hat. Nur … dass der Vulkanier es sagte …
Warme Fingerspitzen sich andächtig auf seine Wange legten. „Du bist Las'hark, wie könnte ich dich nicht lieben.‟ Wisperte Spock so liebevoll, dass es seine Augen feucht werden ließ. Jim seine rechte Hand über Spocks legte. „Ich liebe dich auch, Spock.‟
Bevor sie beide jedoch auf die Idee kommen konnten sich – menschlich – zu küssen, räusperte sich Pike neben ihnen unbequem und Jim wurde rot auf den Wangen. Unsicher blickte er seinen Captain an, der sich angespannt den Nasenrücken massierte. Jim ernsthaft fürchtete, dass sein Witz damals gar nicht so daneben lag und Pike jetzt gleich einen Schlaganfall bekommen würde – vielleicht sollte er Pille alarmieren, ging es ihm durch den Kopf, als dessen Hand zurückfiel und graublaue Augen sie beide genervt musterten. „Ihr beide … habt mich gerade 5000 Credits gekostet.‟
„Was?!‟
„Wie bitte?‟
Entkam es Spock und ihm synchron, woraufhin Pike schnaubte. „Ich hab gewettet, euch in unserem Badezimmer zu erwischen. Stattdessen schulde ich jetzt diesem giftigen Chefarzt den du Freund nennst meinen halben Monatslohn.‟
Jim öffnete fassungslos den Mund.
„Sie … wussten, dass Lieutenant Kirk und ich ...‟ Entkam es Spock langsam, der nicht minder schockiert schien, als Jim. Woraufhin Pike mit den Augen rollte.
„Jungs, ihr zwei seid nicht gerade subtil. Was denkt ihr, warum ich euch nicht mehr gemeinsam mit auf Missionen nehme? Ich hab keine Lust einen intergalaktischen Krieg an der Backe zu haben, weil du dauernd von irgendwelchen Delegierten angebaggert wirst und du, mein vulkanischer Freund, wie ein Pavian dein Territorium markieren musst. Mal abgesehen davon hat Jim schon mehrfach sein Shirt im Bad liegen gelassen. Ganz zu schweigen die letzten Tage des Grauens! Ich weiß nicht, was schlimmer war. Die Regenwolke über Jims Kopf oder deine Eiseskälte, Spock.‟
Jim schluckte leicht. „Ich … wusste nicht – ich – es tut mir – uns leid. Aber mir tut es vor allem leid, in was für eine Situation ich Spock gebracht habe. Das war nicht fair und -...‟
„Stopp. Und zwar genau jetzt und hier!‟ Befahl Pike und hob eindringlich eine Hand, wobei er ihn ernst anblickte. „Du entschuldigst dich für gar nichts. Oder Spock?‟ Damit blickte Pike zu Spock und Jim schluckte hart. Die Finger um seine Hand lagen immer noch fest, aber sanft um seine. Aber er fürchtete …
„Captain Pike hat recht.‟ Antwortete Spock und Jim hob ruckartig den Kopf zu Spock, eh er langsam zu Pike sah.
„Deine Entscheidung war riskant und ein Wagnis, Jim. Ja. Aber in deinem und Spocks Bericht geht klar hervor, dass du ebenfalls klar gemacht hast, dass, wenn du scheitern solltest, das Schiff und die Crew gesichert werden sollen. Mehr … kann und sollte von einem Sternenflotten Captain nicht gefordert werden. Aber Fakt ist, es gibt einen Grund, weshalb zwischen kommandieren Offizieren Beziehungen zwar geduldet, aber sehr streng beäugt werden. Ihr beide … seid – wenn ich dieses Schiff in eure Hände gebe – für einander die größte Stärke wie auch Schwäche. Und Liebe wird diese besondere Beziehung zwischen Ersten Offizier und Captain nicht einfacher machen. Darum solltet ihr euch ganz genau bewusst sein, ob ihr dafür wirklich bereit seid.‟
Pike musterte sie beide sehr eindringlich während seiner Worte und Jim schluckte. „Es gibt einen Grund, warum Nummer Eins und ich nicht mehr zusammen sind. Ich erwarte eure Antwort morgen.‟
~*~
Jim kam gerade aus seinem Badezimmer – frisch geduscht und umgezogen in seine Komfortklamotten – als seine Tür geöffnet wurde und Spock eintrat. Für einen Moment überraschte es ihn, bis ihm einfiel, seinem Freund ja vor Monaten den Code gegeben zu haben. Der Vulkanier allerdings nie davon gebraucht gemacht hat, weil er – wie er sagte – seine Privatsphäre respektieren wollte. Für Jim beinhaltete das aber auch Spocks Nähe, somit …
„Du hattest recht. Wir müssen reden.‟ Sagte Spock und somit fanden sie sich kurz darauf auf seinem schmalen Bett wider, wo sie im Schneidersitz gegenüber voneinander saßen. „Es tut mir leid, wenn ich dir die letzten Tage das Gefühl vermittelt habe, unsere Beziehung nicht zu schätzen. Das Gegenteil ist der Fall, Jim. Ich … dich gehen zu lassen … hat in mir etwas ausgelöst, das ich bisher nicht kannte. Eine unkontrollierte … Seite, über die ich mir bewusst werden musste, woher sie kommt. Und was sie mir sagen wollte.‟
Spock war nicht mehr so angespannt, wie heute Morgen, als er ihn in der Kantine gesehen hat. Gegenüber von Uhura und dabei starr auf seinen Obstsalat starrte. Jetzt schien er entspannter. Vielleicht auch von ihren Worten eben. Wobei Jim sich ebenfalls leichter fühlte. Nun, wo er es ausgesprochen hatte, wie viel ihm Spock bedeutete, schien es ihm leichter zu fallen, zu atmen.
„Darum würde ich es dir gerne zeigen, Jim. Ich denke … es ist zudem notwendig, um die Entscheidung zu fällen, wie wir ab jetzt fortsetzen sollen.‟ Damit legte Spock seine Unterarme auf die eigenen Knie und streckte die Handflächen nach oben hin nach Jim aus, während die tiefbraunen Augen warm und sanft in seine blauen schauten. „Ich könnte es auch verstehen, wenn du es nicht wolltest.‟
Seufzend schüttelte Jim den Kopf und legte vertrauensvoll die Handflächen auf Spocks warme. „Du weißt, ich vertraue dir mit meinem Geist. Ich … bin nur nicht sicher, ob es dir gefällt, wie es in mir aussieht.‟
Sobald sich ihre Handflächen vollends von den Handballen bis zu den Fingerspitzen berührten, durchfuhr ihn eine intensive Wärme und ein warmes, zärtliches Gefühl breitete sich in seinem Hinterkopf aus, was ihm einen Schauer über den Rücken jagte.
Wie kannst du denken, ich würde deinen Geist nicht genießen?
Jim schluckte und schüttelte unsicher den Kopf. Keine Ahnung. Ich … es gibt einfach so vieles, von dem ich nicht denke, dass du es sehen solltest, weil … ich dich nicht kaputt machen will.
Spocks Augenbraue leicht hoch zuckte und er pure Affektion, aber auch Verwunderung und Bewunderung spürte. Jim. Ist dir bewusst, dass wir keine Gedankenverschmelzung eingehen und uns dennoch mental verständigen können? Das ist nicht normal. Und genau das, was ich damals meinte, als ich sagte, ich wäre nie jemandem begegnet, der meinem Geist näher ist, als du es bist. Du … bist meine zweite Hälfte. Mein T'hy'la.
Aber ich bin doch nur -... Ihn durchzog so ein merkwürdiges Gefühl, als wollte er etwas unterbinden, abwehren … Jim erkannte, dass es von Spock kam, auf dessen, was Jim intuitiv von sich dachte.
Nein. Jim, du bist niemals nur … du bist für mich alles. Und es wurde mir erst bewusst, als du in den Turbolift gestiegen bist. Ich möchte nicht von dir getrennt sein. Und ebenso wenig wünsche ich, dass du für mich deine Träume untergräbst. Deine Entscheidung war richtig und ich hätte ebenso gehandelt. Mir war nur nicht … mir war nicht bewusst, wie sehr es mich kompromittieren könnte, dich zu verlieren.
Und bevor er wirklich verstand, was geschah, leitete ihn Spocks mentale Stimme tiefer in dessen Kopf, wodurch er automatisch die Augen schloss, weil er plötzlich …
Sich selbst sah. In der Akademie, wo er die einzige Person war, die nachts noch in der Bibliothek lernte. Alleine, obwohl die Gerüchte ihn so darstellten, als würde er nie alleine anzutreffen sein und noch weniger mit offenen Büchern anstellte von offenen Beinen … Und er sah sich ebenso ziemlich getroffen und verwirrt nach der ersten Simulation des Tests im Raum alles noch mal durchgehen. Mehrfach. Was unlogisch war, da er alles richtig gemacht hat. Doch abfinden wollte er sich mit dem Ergebnis nicht. Darum ging er auch auf Konfrontationskurs und unterdrückte so viel …
Verwirrung.
Weil er nicht aufhören konnte, an diesen unlogischen Kadetten zu denken.
Anziehung.
Die absolut unlogisch war, egal wie attraktiv dieser Mensch war. Er war nicht logisch. Sondern laut und ungehorsam.
Wut.
Weil er sich nicht konzentrieren konnte, wenn Kirk im Raum war. Aber ebenso wenig, wenn er nicht anwesend war.
Was für ein unnatürlich schönes Blau …
Diese Augen ihn selbst in die Meditation verfolgten.
Lust.
Als sich Kirk nach dessen PADD beugte und er ihn über seinen Schreibtisch …
Begierde.
Weil sich Kirk so gut um seine Erregung anfühlte.
Verwunderung.
Als er sah, wie Jim seine Codes umschrieb und aus seiner Codierung ein digitales Symposium verfasste.
Sehnsucht.
Nach diesem warmen, weichen Gefühl in seinem Kopf, wann immer sie einander nahe waren, aber nicht nahe genug, denn er wollte Jim ganz und gar. So viel wie ihn seine persönliche Sonne geben wollte.
Liebe.
Weil er kein anderes terrestrisches Wort kannte, das das beschreiben konnte, was er empfand, wenn er in Jims Augen sah. Seine Stimme hörte oder seinen Geruch einatmete und sich zuhause fühlte.
Jim schlug langsam die Augen auf, wobei ihm bewusst wurde, dass sich seine Wangen feucht anfühlten. Langsam zog er seine Handflächen zurück, nur um sie in Spocks Nacken zu schieben und den Vulkanier sanft zu küssen, dessen Hände sich sogleich auf seine Hüften legten und ihn näher an sich zogen. „Ich kann mir nicht vorstellen, ohne dich zu leben, Spock.‟ Wisperte atemlos gegen die weichen Lippen, die sich erneut auf seine legten und dann fand er sich auf dem Rücken wieder, mit Spock zwischen seinen Beinen.
„Es geht mir ebenso. Ich möchte nicht ohne dich sein. Solange … wie wir es können.‟
Auch, wenn es nur Tage sein könnten … dachte Jim und glitt mit einer Hand den breiten Rücken seines Freundes hinab, wo er das blaue Offiziersshirt umfasste und ohne Umschweife nach oben zog. Spock es sich haltlos über den Kopf ausziehen ließ. Es dauerte keine Minuten, da waren ihre Klamotten überall verstreut und Jim krallte sich mit einer Hand in sein Laken, während die andere in schwarze Haare verwunden war, sobald sich Spock endlich in ihn schob. Zeitgleich seine Fingerspitzen auf Jims Gesicht legte und …
~*~
„Wir haben gehört, es gibt Anlass zur Gratulation.‟ Strahlte Amanda auf dem Bildschirm in Spocks Quartier und Jim wurde leicht rot. Spock saß dicht neben ihm und ihre Hände lagen unter dem Tisch zusammen.
„Es … ist nichts besonderes. In einem halben Jahr oder so, bekommt Spock eh die Position und darf mich dann Captain nennen.‟ Grinste Jim und stupste seinen Geliebten mit der Schulter an, woraufhin er ein warmes Gefühl im Kopf spürte. Gleichzeitig aber auch das neckische Äquivalent seiner hochgezogenen Augenbraue. Halbes Jahr …? Du weißt, Pike hat sechs Jahre gebraucht, um Captain zu werden.
Sag ich ja. sechs Monate, sechs Jahre … Praktisch das selbe für mich.
„Herzlichen Glückwunsch, allerdings … Sarek meinte – ich frag ja schon oder willst du ihn selbst fragen?!‟ Jim biss sich fast auf die Lippen, als Amanda mit Sarek diskutierte und blickte Spock amüsiert an. Irgendwie erinnerte ihn das an jemanden. Diesmal hob Spocks wirklich die Augenbraue und Jim wollte ihm gerade einen Kuss auf die Wange hauchen, als sie die dunkle Stimme des Botschafters vernahmen.
Jim sich sogleich ein wenig gerader hinsetzte, denn Spocks Vater war ziemlich … einschüchternd.
„Ich vernahm vor fünfzehn Tagen und sieben Stunden ein extrem starkes, mentales Beben. Und gestern war mir, als hätte sich unser Familienband erweitert. Verstehe ich es richtig, dass ihr beide endlich die mentale Vereinigung eingegangen seid.‟
Endlich?!
Jim und Spock blickten sich beide kurz an, bevor sie wieder zu Sarek sahen, der eindringlich eine Augenbraue hob. Amanda lehnte sich über dessen breite Schulter und lächelte mit glitzernden, tiefbraunen Augen. „Ich bin so glücklich. Ich wünschte ich wäre dabei gewesen! Wo habt ihr euch vereinigt? Auf dem Observationsdeck vor den Sternen? Ich wette es vor wundervoll.‟
Wo … nun. Jim wusste nicht, wer mehr Mühe hatte nicht zu erröten beziehungsweise zu ergrünen. Er oder Spock. Am Ende war es Sarek, dessen Blick ganz steif zur Seite fiel und dann etwas auf Vulkan murmelte, wegen dem Spock nur noch grüner im Gesicht wurde. Amanda während dessen glücklich lachte und Pläne für den Sommer machte, denn sie würden ein Familienfest machen, um die neue Vereinigung zu feiern.
Zu unserer Verteidigung … es war spektakulär.
Grinste Jim und rieb seinen Zeigefinger sinnvoll zwischen Spocks Mittel- und Zeigefinger, wodurch er pure Begierde ausgesandt bekam.
~*~ Bonus ~*~
„Das … ist ein Witz oder?‟ Fragte Jim als ihn Pille am Abend mit einem kleinen Geschenkkorb überraschte und gleichzeitig Spock zunickte, der auf Jims Sofa mit einem PADD saß. „Ich dachte, du hast durch uns Pike abgezockt und wir bekommen … eine Karte, Gleitgel und … Kon- wieso Kondome?! Ich bin dein bester Freund! Warum bekomm ich keine Schokolade als Heiratsgeschenk?!‟
„So undankbar. Sei mal froh, dass du keine Andorianischen Filzläuse bekommst, dafür, dass ich jetzt noch mehr Arbeit mit euch haben werde. Verheiratet! Hab ich dir wirklich gar nichts beigebracht?!‟
„Doch. Heirate nicht die eigene Spezies, sie könnte dich von deinem Planeten verbannen.‟ Antwortete Jim trocken und während ihn Pille geschockt anstarrte, hörte er ein leises Geräusch in seinem Kopf, das verdächtig nach einem amüsierten, dunklen Lachen klang. Sein Blick auf Spock fiel, der die Lippen leicht zusammenpresste.
Diese Verbindung ist echt der Hammer.
~*~ Fin ~*~
